Medienprojekt Steyerberg

Medienprojekt mit Steyerberger Schülern

Weitere erfolgreiche Jugendarbeit des „KulturImpulses“

 (Steyerberg) pvb. Erneut gab es ein Medienprojekt des KulturImpuls mit der Hauptschule in Steyerberg. Schüler/Innen der Klassen 8 nahmen an 4 Tagen an diesem interessanten Projekt mit ihren Lehren teil. Durchgeführt wurde das Projekt von Horst Peters und Frank Worbs vom Tonträger-Label und Verlag „Sound Star-Ton“. Ziel war es, die oftmals etwas märchenhafte Darstellung der elektronischen Medien ins rechte Licht zu rücken und somit die nüchterne Arbeitsrealität zu vermitteln und darzustellen, Grundlagen der Technik zu erläutern, Zusammenhänge erklären und den Erfahrungsbereich und den Horizont der jungen Teilnehmer zu erweitern und durch daraus abgeleitete praktische Tipps zur späteren Lebensgestaltung und Arbeitswelt beizutragen.

Ein kompletter Schulvormittag diente der Vorbereitung. In einfachen, den Schülern angemessenen Erläuterungen wurde mit Bild- und Tonunterstützung erläutert, wie z.B. Rundfunk- und TV technisch funktionieren – bis hin zum Computer und Handy. Die Funktionen und Aufgaben der öffentlich-rechtlichen Anstalten gegenüber den Privatanbietern erläutert, dass die Medienhoheit, auch aus geschichtlichen Gründen, bei den Bundesländern liegt und somit dann regional bezogene Programm-Angebote gemacht werden können. Den meisten Schülern war nicht bekannt, dass die öffentlich-rechtlichen Anstalten, die in ARD und ZDF vereint sind, neben gesetzlichen Aufgaben, nicht nur Unterhaltung zu liefern haben, sondern auch für Kunst, Kultur und Bildung nach den einzelnen Landesverfassungen zuständig sind. Die Entwicklung der elektr. Medien wurde anhand der Geschichte des Senders Radio Bremen übersichtlich dargestellt, auch hier dienten zahlreiche Bilder und Hörbeispiele zum besseren Verständnis. Eine Geschichtsstunde für die Erhaltung der Demokratie, für eine freie Presse und Berichterstattung der besonderen Art. Anhand einer populären TV-Sendung eines Privatsenders wurde der Unterschied, hier speziell für junge Leute, sehr deutlich. Angedeutet wurden auch die sich daraus ergebenden weiteren wirtschaftlichen Verflechtungen der Privaten.

Für einen Tag fuhr man nach Bremen. Dort besuchte man das neue Funkhaus und TV-Studios von Radio Bremen. Hier wurde noch einmal die Verflechtung als kleinste aber derzeit technisch modernste ARD-Anstalt ganz klar. Mit allen anderen öffentlich-rechtlichen Anstalten auf TV und Hörfunkebene finden Programmzulieferungen und Austausche statt. 3,5km Fußmarsch durch das neue Haus musste die Gruppe zurücklegen, an den einzelnen Ebenen der Hörfunkwellen vorbei, insgesamt 4 Wellen. Es wurde halt gemacht bei der Sendeebene von Bremen 4, der Jugendwelle des Hauses. Live erlebten die Schüler den Sendeablauf mit Moderatorin, Technik und Musikredakteur. Neu für die Teilnehmer war die Hörfunkwelle „Funkhaus Europa“, die dort gemeinsam mit dem WDR und dem RBB über den Äther geht, eine Welle für junge Leute mit Migrationshintergrund, es wird in 14 Sprachen produziert. Allen wurde schnell klar, dass im gesamten Haus große Konzentration bei der Arbeit gefragt ist. Interessant war auch das Archiv mit seinen Möglichkeiten der elektr. Vernetzung mit den anderen ARD-Anstalten sowie mit den Zeitungsarchiven. Das überall nur mit Wasser gekocht wird und letztlich Menschen am Werk sind, war in der Nachrichten-Redaktion zu sehen. Fazit für die jungen Leute, man sollte nicht alles bedenkenlos hinnehmen, nur weil es in irgendwelchen Medien zu hören oder zu sehen ist. Trotz aller Technik, diese muss dennoch von den Menschen beherrscht werden. Die Mitarbeiter Radio Bremens von der Sportredaktion sind neben Lokalereignissen für die ARD im Hörfunk und TV stets auch international unterwegs. Im TV-Studio von Radio Bremen gab es ebenfalls viel Technik zu sehen, ein Bild-Arbeitsplatz für über 20 Personen, dazu die Tonarbeitsplätze, mit viel Scheinwerfer ausgestattet das TV-Studio für Radio BremenTV-Aktuell und dem Sport und dem Eventstudio, wo u.a. „3 nach 9“ gesendet wird, dies Studio kann mit dem sich anschl. Weserhaus zu einem großen Eventstudio vergrößert werden. Aus der Zentrale dort werden alle Radio Bremen-Hörfunk/TV-Beiträge für die ARD und deren Anstalten weitergeleitet. Große Filmstudios früherer Zeiten haben aufgrund der Technik ausgedient, Spielfilme und Beiträge werden real aufgezeichnet und produziert, so auch dort z.B. der Bremer Tatort.

Mit Funkwellen, Radar usw. hat auch der Flughafen zu tun. Und so hatte man eine sehr interessante Führung dort organisiert, wobei auch das Flugfeld einbezogen wurde. Die großen Flugzeuge starteten und landeten deshalb in unmittelbarer Nachbarschaft, schließlich führte die Feuerwehr auch noch ihr neustes Fahrzeug praktisch vor, sodass die Schüler mitten im Geschehen waren. Geschichtliches über den ältesten, sehr modernen deutschen Flughafen, mit knapp 3 Mill. jährlichen Fluggästen, gab es auch, so der Originalflieger der ersten Atlantik-Überquerung, die von Bremen aus stattfand. Infos gab

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es ebenso zur Luft- und Raumfahrttechnik vor Ort. Auf dem Flughafen befindet sich auch die Piloten-Ausbildung der Lufthansa sowie die deutsche Flugsicherung für den gesamten norddeutschen Luftraum. Gleichzeitig wurden Arbeitsplatz-Alternativen für später aufgezeigt.

Die nächsten beiden Schultage verbrachten die Schüler im Verlag des Tonträger-Labels „Sound Star-Ton“ in Steyerberg. Dort werden eigene Produktionen digital und analog bearbeitet sowie die notwendigen Schnittarbeiten vorgenommen, ebenso werden dort Sprachaufnahmen für Hörbücher, Filme, TV-Produktionen usw. vorgenommen. Musikaufnahmen werden in der Regel in akustisch naturbelassenen Räumen gemacht, sodass man weltweit agiert. Hier hatte man die Möglichkeit, aufgrund der Übersichtlichkeit, wirklich hinter die Kulissen zu schauen. Es wurden analoge und digitale Musik- und Sprachschnitte bewundert, die musikalisch und künstlerisch zum Inhalt passend geschnitten werden müssen, sodass manche Produktion aufgrund von vielem Material einige Wochen oder gar Monate dauern kann. Neben Hörbüchern konnte man in Werbung, Rundfunk und TV-Produktionen hineinhören bzw. auch als Bild/Ton-Produktion in Zusammenarbeit mit einem TV-Produzenten hineinhören und sehen. Ein Film von Schülern angefertigt zeigte die einwöchige Aufnahme zu einer CD mit dem Orff-Orchester der Musikschule Hannover, sodass man eine Ahnung erhielt von einer konzentrierten Arbeit inmitten von sehr viel Technik und Kabelgewirr. Schnell wurde klar, dass unsere Welt aus Schwingungen, also Musik, besteht, jede kleinste Zelle ist davon betroffen. Das lebendes Material Zellen beinhaltet und diese antworten wurde praktisch vorgeführt, sogar die Hauswand und der Abhörraum antwortete, sobald man die Eigenschwingung erwischte. Es wurden auch die negativen Seiten der Beeinflussung und der krankmachenden Möglichkeiten klar gemacht.

Die Schwingungszahl, genannt Frequenz, wurde anhand einer Orchesteraufnahme vorgeführt. Hier hatte man den Eindruck, dass immer mehr Musiker das Orchester verlassen bzw. umgekehrt dazu kamen. Und natürlich durfte man Texte einsprechen im Sprecherstudio, einige nutzten die Chance und waren sehr erstaunt über ihre eigene Stimme. Hierbei wurde auch noch einmal kurz geschnitten. Insgesamt gesehen muss man Kreativität mit Fantasie und Wissen koordinieren. Das angeschlossene Kulturbüro organisiert auch das örtliche Kultur- u. Bildungsangebot für den Verein KulturImpuls mit.

Etliche Schüler meldeten bereits Interesse für das Projekt mit einem Blick hinter die Kulissen eines großen Theaters an, mit Besichtigung, Erläuterungen usw., die Schule wird dies entscheiden.