Ein Blick hinter die Kulissen

Bretter, die die Welt bedeuten

Ein Blick hinter die Theaterkulissen mit KulturImpuls

 (Steyerberg) pvb.   Der Steyerberger KulturImpuls lud wieder zu einem besonderen Ereignis ein, die Teilnehmerzahl musste begrenzt werden, und so ergab es eine tolle und gemütliche Gesellschaft mit insgesamt fast 25 Personen. Es wurde nach längerer Pause wieder zu einem Blick hinter die Kulissen des Bremer Theaters geladen, Horst Peters und Frank Worbs, die die Aktion erfolgreich durchführten, arbeiten schon viele Jahre mit dem Bremer Theater zusammen. Die Teilnehmer waren gelehrige Schüler jeglicher Altersklasse, von jung bis alt. Ca. 30% der Teilnehmer waren wieder junge Leute, Schüler der Schulen Steyerberg und Landesbergen, ehemalige Schüler der Schule in Borstel, Studenten, der dortige Jugendbildungsreferent und einfach Interessierte und Neugierige jeglichen Alters. Schüler bekamen für die Teilnahme schulfrei. Der Tag begann morgens mit einem kleinen Spaziergang und Führung durch die Innenstadt mit Horst Peters und Frank Worbs. Hierbei wurden die Teilnehmer auf die Besonderheiten des kleinsten Bundeslandes aufmerksam gemacht, auch wurde die bremische Mentalität erläutert.

Nach Würstchen und Kaffee im Vorrübergehen ging es im Schnoor in einen Jugendraum, der KulturImpuls zur Verfügung gestellt wurde. Dort erfuhr man dann einige Dinge über Kultur- und Bildung im Lande und einigen speziellen Projekten und Einrichtungen dafür, und es ging wieder um die Frage „was einen richtigen Bremer ausmacht“, Horst Peters und der Jugendbildungsreferent vor Ort konnten dies gut beantworten. Anschließend stellte Horst Peters das Bremer Theater vor, welches ein 4 Sparten Theater ist: Musiktheater, Schauspiel, Ballett und Tanz, MOKS-Jugend- und Kindertheater als Besonderheit. Das Bremer Theater betreibt außerdem eine internationale Opernschule für den europäischen Nachwuchs, sowie für Kinder und Jugendliche eine stark genutzte Theaterschule „Die jungen Akteure“. Das Theater hat neben seinen festangestellten über 400 Künstlern und Mitarbeitern, noch die freien Kräfte, wie Zusatzchöre, das Orchester, Gastinterpreten usw. Zählt man alles dazu so kommt man dann schnell auf über 800 Personen.

Es gibt mehrere Spielstätten für die einzelnen Sparten dort auf dem Gelände. Im großen Haus ist auch das Musiktheater zu Hause. Das Opernorchester ist auch gleichzeitig ein Konzertorchester, es feiert demnächst seinen 200 Geburtstag und zählt somit zu den ältesten Berufsorchestern Europas. Orchester und Dirigent genießen internationalen Ruf, für die Schüler- und Jugendarbeit ist man bereits mehrfach ausgezeichnet worden auf europäischer Ebene. Anschl. erläuterte Horst Peters die Opernaufführung am Abend.

Anschl. ging es dann zu einer Führung ins große Haus, also auf die Opernbühne. Das war für die Teilnehmer eine tolle Erfahrung, zumal für die Abendvorstellung gerade die Kulissen aufgebaut wurden, der Orchesterboden runtergefahren wurde, sowie die Einleuchtung stattfand. Die Höhe solch einer Bühne ist sehr beindruckend, es ist fast ein kleines Hochhaus, die Bühne so groß wie ein Fußballfeld. Insgesamt gibt es dort auch noch 8 Probenbühnen für jegliche Zwecke. Interessant war, wie das alles funktioniert, wie gewisse Bühneneffekte gemacht werden, und was alles an Technik, Licht, usw. dazugehört. Es wurde erläuterte, wie die Kulisse der Aufführung funktioniert und was man damit im Zusammenspiel der Technik und vor allem Licht, machen kann. Es gab einen sehr guten und plastischen Überblick wie diese große Bühne funktioniert, auch wurde die Funktion der Drehbühne erläutert. Dann wurden die einzelnen Werkstätten kurz vorgestellt, man bildet dort am Haus 12 Handwerksberufe aus, vom Tischler über Schuhmacher, bis hin zu Hutmachern, Theatermalern oder Farbenreibern. Von besonderem Interesse war die Werkstatt des Rüstmeisters, hier werden alle Effekte hergestellt und ausgetüffelt, wie Tische, die von allein umfallen, allein fahrende Sofas und vieles mehr, ferner Waffen aller Art angefertigt, auch ist der Rüstmeister als Feuerwerker tätig. Viel Fantasie und Erfindungsreichtum wurde präsentiert. Besonders beeindruckend war der Fundus, mit den Außenlagerungen lagert man dort einige hunderttausend Kostüme aus allen Epochen und Bereichen. Sehr interessant war auch der große Malersaal, wo u.a. Kulissen gemalt werden. Hier konnten etliche Malergebnisse von Auszubildenden bewundert werden. Wenn ein Stück länger nicht im Spielplan ist, wird es ebenso, wie große Teile des Fundus, in der Überseestadt ausgelagert. Das Bremer Theater, insbesondere die Oper, konzipiert auch viele Stücke in Gemeinschaft für andere Opernhäuser in ganz Europa sowie auch Übersee.

Nach einer 2-stündigen Pause, die verdient war, denn es war ein anstrengender Tag, erlebte man dann abends im großen Haus die Oper „Der Freischütz“ von Weber. Die Vorstellung entwickelte ihren eigenen Reiz nachdem man am Nachmittag Zeuge des technischen Aufbaus gewesen war und etliche Erläuterungen zum Inhalt und Art der Inszenierung erfahren hatte. Alle Teilnehmer waren von dieser Aufführung angetan und sehr begeistert – und es war entgegen landläufiger Meinung überhaupt nicht schwer, auch und gerade nicht für die Schüler. Alle Teilnehmer, auch die Schüler, erlebten für sich einen eindrucksvollen Tag und wollen auch wieder zukünftig mit.